Suche Frieden!
– Die GKS auf dem 101. Katholikentag in Münster

Stand auf der Kirchenmeile

Vom 9.-13. Mai 2018 nahmen wir am 101. Katholikentag in Münster teil.
Traditionell präsentierten wir unsere Arbeit mit einem Stand unter den Verbänden auf der Kirchenmeile. Täglich von 10 bis 18 Uhr standen wir dort den vielen Besucherinnen und Besuchern unter unserem Standmotto: „Beherzt für den Frieden“ Rede und Antwort. „Haben Sie schon einmal auf jemanden geschossen?“ – fragte eine Jugendliche und es war ihr anzusehen, dass sie all ihren Mut zusammennahm, um diese Frage zu stellen. Das „Nein“, mit dem die Antwort begann, erleichterte sie und der Nachsatz: „aber es könnten Situationen kommen, in denen ich es tun müsste und auch tun würde“ wurde zum Ausgangspunkt eines langen, intensiven und sehr ehrlichen  Gesprächs. Lange, intensive, ehrliche Gespräche waren für uns überhaupt das Markenzeichen dieses Katholikentages. Die Menschen suchten das Gespräch, waren sehr daran interessiert, die Sicht von Soldatinnen und Soldaten kennenzulernen und zu verstehen, wie sie ihren Dienst mit ihrem Glauben vereinbaren können. Viele kamen, manche mit einer klaren Meinung, die allermeisten mit großer Offenheit und an einem ehrlichen Austausch interessiert. – Da machte es Freude, Rede und Antwort zu stehen und sich und die eigene Haltung zur Diskussion zu stellen.


Katholikentag 2018 BundespräsidentHoher Besuch am Stand der GKS mit Eintrag in unser Gästebuch

Suche Frieden

– das Thema traf die Menschen mitten in ihrem Leben: Frieden mit sich, in der Familie, der engeren Umgebung. Frieden mit Gott, der (Amts-)kirche und den Schwestern und Brüdern, mit denen wir im Glauben gemeinsam oder auf unterschiedlichen Wegen unterwegs sind. Aber auch die so schwierige, manchmal ausweglos erscheinende Suche nach Frieden zwischen den Staaten, zwischen Völkern, Volksgruppen, Religionen und Ideologien. -  In hunderten offiziellen Veranstaltungen brachten Fachleute ihre Ansicht vor, wurde unter den Vertretern verschiedener Professionen und mit den Zuhörerinnen und Zuhörern heftig um mögliche Lösungen und den richtigen Weg gerungen. - Und manche Diskussion wurde auf dem Domplatz, im Schatten von St. Lamberti oder im Gras am Aasee weitergeführt.

GKS-Werkstattgespräch

Auch wir boten ein Werkstattgespräch an. Unter dem zugegebenermaßen provokanten Titel:

„Willst du den Frieden, rüste zum Krieg! (röm. Sprichwort) – Sind Soldaten Friedensstifter?“

luden wir ins Fürstenberghaus am Domplatz ein. Höchstens 60 Personen – so war unsere Vorgabe. – 102 Menschen kamen und wir fanden einen Platz für alle .  Unter der Leitung des Geistlichen Beirats auf Bundesebene, Militärdekan Bernd F. Schaller, diskutierten Brigadier Martin Jawurek, Militärkommandant von Niederösterreich und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten in Österreich, Oberst Prof. Dr. Winfried Heinemann, Militärhistoriker und GKS-Mitglied, und der Bundesvorsitzende der GKS, Oberst Rüdiger Attermeyer, mit dem Publikum.
Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Einsatzes von militärischer Gewalt? – Warum reicht es nicht, dass das eigene Handeln dem Gesetz nicht widerspricht, warum muss es darüber hinaus persönlich verantwortet werden? Wie kann eine Gewissensentscheidung zwischen Befehl und Gehorsam getroffen werden? Was kann als Maßstab für eine Entscheidung dienen, hilft eine christlich geprägte Ethik da weiter? Wie muss militärische Führung aussehen, um dem Soldaten, der Soldatin die Möglichkeit zu geben, ihrem eigenen Gewissen folgen zu können? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um einen Militäreinsatz zu rechtfertigen? Unter welchen Bedingungen kann der Einsatz von Gewalt tatsächlich zum Frieden führen? Diesen Fragen wurde kenntnisreich nachgegangen. 
Aber es blieb nicht beim Theoretisieren, sondern die Podiumsteilnehmer und die anderen anwesenden Soldaten wurden auch persönlich angefragt: Wie hältst Du es ganz persönlich als Soldat? Was hat Dich zu Deiner Berufsentscheidung bewogen? Wie gehst Du als Mensch, als Christ mit der großen Verantwortung um, die dieser Beruf mit sich bringt? Ist Dein Glaube für Dich Halt oder Last?  Fühlst Du Dich als Friedensstifter? - So persönlich wie die Fragen waren auch die Antworten.

Und jetzt?

Wir sagen Danke: allen, die in der Vorbereitung und Durchführung des 101. Katholikentages inhaltlich und organisatorisch den Grundstein für dieses große Ereignis gelegt haben, allen, die mit uns das Gespräch gesucht haben und den Münsteranern und Münsteranerinnen für die große Gastfreundschaft . – Schön war es!

Wir freuen uns jetzt schon auf 2021 –
dann sind wir wieder dabei,
beim 3. ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main

Bild: MD B.Schaller

weitere Bilder zum Katholikentag 2018 finden Sie hier: